| Die Würden der Planeten |
|
|
| Montag, 03. März 2008 um 17:02 Uhr | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Die Würden beschreiben ein recht einfaches System, herauszuarbeiten wie stark oder schwach ein Planet wirkt (akzidentielle oder zufällige Würden). Auch zeigt sich mit den Würden ob ein Planet eher gute Eigenschaften oder die Negativen verkörpern wird (essentielle Würden). Kurz gesagt: die Würden der Planeten helfen ein Horoskop zu strukturieren und wichtige Erkenntnisse über die Kräfteverteilung der Planeten im Horoskop zu gewinnen. Wenn die Würde unbeachtet bleibt Doch die Würden sind – zumindest in der modernen Astrologie – weitestgehend in Vergessenheit geraten. Manchmal werden sie sogar von psychologisch oder modern orientierten Astrologen belächelt und gänzlich für Unwichtig erachtet. Und so, wie die Astrologie ihre wichtigste Lehre verlor, diese zum Teil sogar belächelt und als unwichtig erklärt, so verlor die Astrologie als Wissenschaft, synchron dazu, ebenfalls ihre Würde und wird heute von vielen Menschen zu Unrecht belächelt. Vielleicht ist es alleine schon aus diesem Gedankengang nicht verkehrt, sich zumindest mal darüber zu informieren, was nun diese Würden der Planeten genau sind. Die Würden Es gibt zwei unterschiedliche Arten der Würden. Zum einen zodiakale bzw. essentielle und zum anderen akzidentielle. Das klingt ungewohnt, doch besagt einfach folgendes. Zodiakale Würden sind die Würden, die einem Punkt im Tierkreis (Zodiak) zugeordnet werden. Akzidentielle Würde meint hier eine zufällige Würde, die aufgrund der Horoskopzusammenhänge entsteht und in jedem Horoskop anders zu finden ist. Beginnen wir mit den essentiellen Würden Die essentiellen Würden, auch zodiakale Würden genannt, beschreiben, ob ein Planet eher sein positives oder sein negatives Gesicht zeigt. Die zodiakalen Würden sind an der Zahl fünf. Die Reihenfolge gibt die nach stärke gegliederte Anordnung wieder, von der stärksten bis zur schwächsten Würde: Domizil (und Vernichtung), Erhöhung (und Fall), Grenze, Triplizität und Dekanat/Gesicht. Das Domizil Das Domizil bezeichnet den Ort, an dem sich ein Planet wie zu Hause fühlt. Es ist sein Haus, seine Heimat, sein Heim. Domizil ist ein Wort, das aus dem Lateinischen kommt und Haus bezeichnet. Und tatsächlich sind in der klassischen Astrologie die Tierkreiszeichen an sich die Häuser der Planeten und jedes Tierkreiszeichen ist somit das Domizil eines Planeten. Die Domizile der Planeten sind nun folgende:
Ein Planet, der sich in seinem eigenen Zeichen, seinem Haus, aufhält, ist der Herr des Hauses. Er kann sich benehmen so wie er ist. Er fühlt sich zu Hause. Er braucht sich nicht zu verstecken und bestimmt, was in seinem Heim geschieht. Er ist definitiv Hausherr und benimmt sich auch so. Der Planet ist stark, mächtig und besitzt alle ihm gebührenden Rechte. Die Anordnung in der Tabelle sieht auf den ersten Blick undurchsichtig und unverständlich aus. Doch das System ist durchaus logisch und nachvollziehbar. Um dies zu verdeutlichen, dient die folgende Grafik, die beschreibt, wie das System aufgebaut ist.
Sonne und Mond – die beiden Lichter – bilden den Ausgangspunkt. Links und rechts von den Lichtern, die den Löwen und Krebs beherrschen, befindet sich Merkur, der über Zwillinge und Jungfrau herrscht. Von ihm steht Venus als Herrscherin über Stier und Waage. Links und rechts der Venus findet Mars sein Domizil in Widder und Skorpion. Der Jupiter hat sein Haus in den angrenzenden Tierkreiszeichen Fische und Schütze und Saturn befindet sich genau gegenüber der beiden Lichtern und bildet somit im Tierkreiszeichen Wassermann und Steinbock sein Haus. Wir finden so auch eine Aufteilung des Tierkreises – ein mal von der Sonne ausgehend und ein mal vom Mond ausgehend:
Die Bewegung rechts durch den Tierkreis von der Sonne ausgehend kann als aktiv angesehen werden. Die Bewegung nach links vom Mond ausgehend, als eher passive. Die Würde des Domizils gilt als stärkste Würde und wird mit 5 Punkten bewertet. Doch das Punktsystem ist eher als eine ungefähre Bestimmung des Gewichts zu verstehen und weniger als eine Maßeinheit in unserem Verständnis. Denn gerade bei der Bewertung der Würden ist ein enormes Maß an Fingerspitzengefühl und Erfahrung vom Astrologen erforderlich. Die Erhöhung Die Planetenwürde der Erhöhung eines Planeten ist mit dem Domizil eng verwandt. Sie bezeichnet zum einen ein Tierkreiszeichen und zum anderen eine spezielle Gradzahl in diesem Zeichen, bei der die Erhöhung am Stärksten wirkt. Anders als beim Domizil, wo der Planet der Herr im Haus ist, ist die Erhöhung des Planeten der Ort, wo der Planet ein gern gesehener Gast ist. Ein Planet der in Erhöhung steht ist ein Planet, der dort wo er steht sehr angesehen ist und vom Hausherrn verehrt und bewundert wird. Die Erhöhungen der Planeten sind nun die Folgenden:
In der antiken und klassischen Astrologie gibt es einige Astrologen, die bestimmten Tierkreisgraden in diesen Zeichen die Würde zusprechen. So sei die Sonne auf 19° Widder, der Mond auf 3° Stier, der Merkur auf 15° Jungfrau, die Venus auf 27° Fische, der Mars auf 28° Steinbock, der Jupiter auf 15° Krebs und der Saturn auf 21° Waage erhöht. Hier unterscheiden sich die Astrologen im Laufe der Zeit gewaltig. Die einen sagen nur diese bestimmten Tierkreisgrade seien die Erhöhungen der Planeten. Andere sagen ausgehend von diesen Tierkreiszeichen bis zum Orbis des Planeten unter Berücksichtigung der Zeichengrenzen seien sie in Erhöhung. Doch in der Anwendung hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass das ganze Zeichen die Erhöhung des Planeten beschreibt. Aufgrund der hoch angesehenen Stellung im Tierkreiszeichen der Erhöhung zeigt ein Planet hier mitunter auch Überheblichkeit und eine starkes Eingebildetsein an. Befindet sich ein Planet A in der Erhöhung eines anderen Planeten B, so idealisiert A den Planeten B sehr stark. Vernichtung/Verbannung/Exil und Fall Dies sind ebenfalls Würden der Planeten, nur im Umgekehrten Sinn. Beschreiben die Würden Domizil und Erhöhung Dominanzen der Planeten, so sind Vernichtung und Fall hingegen Schwächungen des Planeten. Schwächung im Sinne von „der Planet kann hier nicht seine positiven Seiten zeigen“. Steht ein Planet im Fall oder der Vernichtung, so zeigt er eher seine negativeren Eigenschaften. Die Systematik ist relativ einfach zu durchschauen. Ein Planet befindet sich in Vernichtung (auch Exil oder Verbannung genannt), wenn er in dem Tierkreiszeichen steht, das dem Domizil gegenübersteht. Ähnlich ist es auch beim Fall, wo der Planet in dem Zeichen seinen Fall hat, dass dem Erhöhungszeichen gegenübersteht. So ergeben sich die folgenden Zuordnungen für die Vernichtung und den Fall:
Die Stellung der Planeten in diesen Zeichen kennzeichnet eine Stellung am weit entferntesten Ort von seinem eigenen Haus oder dem Punkt, wo er als Gast hoch angesehen ist. Und wenn man so weit weg ist von zu Hause oder Orten, wo man hoch geschätzt ist, kann man sich auch schon mal unverschämt daneben benehmen, ohne dass es einen reut. So ähnlich ist es auch bei den Planeten, die hier ihr unschönes Gesicht zeigen. Im Fall steht der Planet dar, wie ein ungern gesehener Gast, der nichts so machen kann, wie er will. Wichtig zu verstehen ist, dass der Planet nicht schwach im Sinne von handlungsunfähig steht. Sondern schwach im Sinne von „er kann seine guten Seiten nicht leicht ausleben“. Oftmals zeigen gerade diese in der Würde schwach stehenden Planeten unschöne Charaktereigenschaften recht dominant. Die Vernichtung wird im Punktesystem mit -5 und der Fall mit -4 bewertet. Die Triplizitätenherrscher Triplizitäten werden die Verbindungen von jeweils drei Tierkreiszeichen die zu einem Element gehören genannt. Da die vier Elemente jeweils drei Tierkreiszeichen zugeordnet sind. Wir finden aufgrund der Triplizitäten die folgenden Zeichentrigone:
Jedes Element besitzt nun auch mehrere Herrscher, die über dieses Element regieren und damit den Planeten in diesen Zeichen Würde geben. Bevor die Erklärung zu den Triplizitätsherrschern kommt, die Aufteilung der Elemente und die zugehörigen Herrscher (in Klammern ist der teilhabende Herrscher angegeben):
Ich selber arbeite bei dem Wasserelement mit der Zuordnung Das System erscheint auf den ersten Blick vielen Astrologiestudenten, die zum ersten Mal mit ihm Kontakt haben wirr und unverständlich. Um hier zu erklären, wie sich die Planetenherrscher den Triplizitäten zuordnen lassen folgende Erläuterungen: Die männlichen Zeichen werden von Tagplaneten beherrscht: Sonne, Jupiter und Saturn. Die weiblichen Zeichen von Nachtplaneten: Mond, Venus und Mars. Auf den ersten Blick mag es irritieren, dass der feurige Mars den Nachtplaneten zugeordnet wird und der kalte Saturn den Tageszeichen. Doch es handelt sich hier um zwei klassische Übeltäter. Mars mit seinem verzerrendem Feuer und Saturn mit seiner dörrenden Kälte. Um dies abzumildern und würdevoll darzubringen wurde Mars bewusst den Nachtzeichen zugeordnet, um sein verzerren heißes Wesen mit der Kühle der Nacht abzumildern. Andersherum wurde Saturn zum Tagplaneten, damit seine extreme Kälte mit der Wärme des Tages kompensiert werden kann. Der Planet, der im Zeichentrigon die meisten Würden (Domizil und Erhöhung) aufweist, der bekommt die erste Position am Tag. So hat die Sonne im Feuertrigon zwei Würden. Das Domizil im Löwen und die Erhöhung im Widder. Jupiter hingegen nur das Domizil im Schützen. Und Saturn weder hier noch dort etwas. Die Reihenfolge steht also fest: Sonne, Jupiter und Saturn. Als anderes Beispiel nehmen wir das Wassertrigon. Da der Mars im Gegensatz zum Mond eine Würde vorweisen kann, ist er Tagsüber nach Venus der zweite Herrscher. Venus besitzt in den Wasserzeichen auch nur eine Würde, doch sie ist mehr Nachtplanet als Mars, was sie an die erste Stelle rückt. In der Antike galt, dass alle drei Triplizitätenherrscher unabhängig von der Tageszeit Würde haben. Dieser Auffassung bin auch ich, weswegen ich empfehle, auch so vorzugehen; in der Stundenastrologie hingegen sollte das vereinfachte System verwendet werden.. Die Unterscheidung der Reihenfolge zwischen Tag- und Nachthoroskop hilft hingegen sehr gut, wenn Alternativen gefunden werden sollen. Beispiel jemand hat Probleme in einem Lebensbereich, welches ein astrologisches Haus ihm bereitet. So lässt sich mit den Triplizitätenherrschern des Hauses und deren Reihenfolge herausarbeiten, welche Alternativen sich ihm bieten. „Befindet sich ein Planet in seiner Triplizität, ähnelt er einem Mann inmitten seiner Verbündeten, seinem Volk, seinen Ministern und jenen, die ihm gehorsame Untertanen sind und ihm folgen, aber nicht in verwandtschaf tlichem Verhältnis zu im stehen.“ Guido Bonatti Die Triplizitäten werden mit drei Punkten bewertet. Die Grenzen Die Grenzen sind ein altes System, die Tierkreiszeichen in fünf ungleich große Bereiche einzuteilen, denen jeweils ein Planet zugeordnet wird. Steht ein Planet nun in seiner eigenen Grenze, so hat er dort Würde. Diese Würde der Grenzen ist die am schwierigsten nachvollziehbare und undurchsichtigste. Es gibt hierzu viele Erklärungsversuche und Hinweise, die jedoch nicht konsequent in jedem Tierkreiszeichen anzutreffen sind. Trotz allem setzten sich die Grenzen aufgrund der Praxiserfahrungen durch und liefern wichtige Informationen über die Würde eines Planeten. Drei bekannte Systeme gibt es in der westlichen Astrologie, die jetzt in Tabellenform vorgestellt werden:
Die Tabelle ist so zu verstehen, dass zum Beispiel in der Tabelle der Grenzen des Ptolemäus die ersten 6° dem Jupiter zugeschrieben sind. Genauer die Grade von 0° bis 5°59´. Die nächsten 8 Grade werden dann der Venus zugeteilt: also von 6° bis 13°59´. Die nächsten 7° - von 14° bis 20°59´ gelten dem Merkur. Die nachfolgenden 5° - von 21° bis 25°59´ dem Mars und die letzen 4° von 26° bis 29°59´ dem Saturn. Während die Erklärung der Grenzen für das chaldäische System einfach und nachvollziehbar ist, so sind die Erklärungsversuche der beiden anderen Systeme nur mit größter Mühe nachzuvollziehen und mitunter bleiben gewisse Bereiche dennoch schleierhaft. Daher beschränke ich mich hier auf das chaldäische System und verweise für weitere Informationen auf zwei Bücher: „Tetra Biblos“ von Claudius Ptolemaeus und das hervorragende Werk „Lehrbuch der klassischen Astrologie“ von Rafael Gil Brand. Das chaldäische System funktioniert folgender Maßen. Ausgehend vom Tierkreiszeichen um das es geht, werden die Abschnitte den Triplizitätenherrschern der Tierkreiszeichen, die nachfolgen zugewiesen und ausgehend von 8° jeweils ein Grad je Abschnitt abgezogen. Zu beachten ist lediglich, dass nur die ersten Triplizitätenherrscher genommen werden also für Feuer der Jupiter, für Erde die Venus, für Luft Saturn und Merkur (immer aufeinander folgend) und für Wasser der Mars. Am Beispiel des Widders will ich dieses System mal beschreiben. Widder ist ein Feuerzeichen, weswegen die ersten 8° dem Jupiter zugeordnet sind. Das Zeichen nach Widder ist Stier – also Erde – weswegen den nächsten 7° des Zeichens Widder, die Venus zugeordnet wird. Dann folgen 6° für Saturn und 5° für Merkur (wegen dem Zwillingezeichen) und abschließend 4° für Mars wegen dem Krebszeichen. So das sich für Widder ergibt: 8° Jupiter, 7° Venus, 6° Saturn, 5° Merkur und 4° Mars. Welches System am besten Anwendung findet? In der Neuzeit nutzen die meisten Astrologen das System nach Ptolemaeus. Ich selbst arbeite mit den Grenzen nach Ptolemaeus. Jedoch empfehle ich jedem sich erstmal allen drei Systemen zu widmen und sie parallel zu testen. Und sich im Laufe der Zeit und Erfahrung für ein System zu entscheiden. In der Klassik findet sich auch immer wieder der Hinweis, dass eine Grenze durchaus auch als minimal wirkende Konjunktion verstanden wurde, wenn ein Planet in ihr steht – ein durchaus interessanter Ansatz. Die Astrologin Debora Houlding vergleicht die Grenze mit einem einem Ferienhaus, das einem selber gehört und in dem man sich sehr wohl fühlt, wohingegen einem das Land, in dem das Haus steht, als solches eher fremd oder abweisend gegenüber steht. Der Punktwert der Grenze beträgt 2. Das Gesicht bzw. Dekanat Die kleinste Würde ist die des Dekanats und ziemlich leicht nachzuvollziehen in der Anwendung. Ausgehend von der chaldäischen Reihe, die sich nach den Planetengeschwindigkeiten richtet, werden die Dekanate gebildet. Die chaldäische Reihe sieht folgendermaßen aus: Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond Im Tierkreiszeichen Widder beginnt das Dekanat mit Mars und zieht sich dann der chaldäischen Reihe folgend durch den gesamten Tierkreis hindurch. So ergibt sich folgende Darstellung der Gesichter:
Getreu dem Wortursprung „Dekanat“ sind die Bereiche jeweils 10° groß. Die ersten zehn Grad im Widder sind demzufolge das Dekanat des Mars. Die nächsten 10° die der Sonne und die letzten 10° die der Venus. Vermehrt scheint sich auch die aus dem indischen Raum gebräuchliche Regel durchzusetzen, die nach den Herrschern der Zeichentrigonen die Grenzen zuteilt. So dass die ersten 10° im Widder von Mars, die nächsten 10° von der Sonne (Löwe als 2. Feuerzeichen ab Widder) und wiederum die nächsten 10° von Jupiter (Schütze als 3. Feuerzeichen ab Widder) gebildet werden. Westlich antik und klassisch gelten jedoch die Gesichter der chaldäischen Reihe. Die andere Variante scheint aus Gründen der leichteren Zuordnung einfach übernommen worden zu sein von einigen Astrologen. Der Planet ist wie ein Mann unter Verbündeten die aber nicht mit ihm Verwandt sind. Das Dekanat bzw. die Gesichter als schwächste Würde erhalten einen Punkt im Wertesystem. Peregrin – ohne Würde stehend Es gibt den Fall, dass ein Planet weder in Würde (Domizil, Erhöhung, Triplizität, Grenze oder Dekanat) noch in Fall oder Vernichtung steht. Dann steht dieser Planet „peregrin“. Das bedeutet er steht in der Fremde. Dieser Stand gilt für den Planeten als Schwächung, denn er ist nun kraftlos und handlungsunfähig. Jetzt kommt es auf den Dispositor an. Steht er gut und stark, so kann der peregrine Planet daraus Kraft schöpfen und seine positiveren Seiten bemühen. Steht der Dispositor hingegen selbst geschwächt, so wird der Planet seine negativeren Seiten zum Tragen bringen.
Die akzidentiellen Würden Die akzidentiellen Würden sind die eher zufällig entstehenden Würden, die sich je nach Horoskop verändern. Wollen wir wissen, ob ein Planet sich eher gut oder schlecht in seinen Anlagen zeigen wird, so müssen wir die zuvor angesprochenen zodiakalen Würden betrachten. Jedoch kann ein Planet, der zodiakal schwach steht und damit seine negativen Eigenschaften nach außen trägt, durchaus diese stark und kräftig nach außen tragen und verwirklichen. Oder andersherum, ein Planet, der gut und günstig wirkt, sich aufgrund einer schwachen Position nur kaum zu Wort melden. Und genau diese Kraft des Planeten - ob stark oder schwach - beschreiben die akzidentiellen Würden. Diese zufälligen Würden richten sich nach unterschiedlichen Begebenheiten, die in jedem Horoskop immer wieder anders liegen werden. Als grobe Übersicht kann dienen, dass ein Planet stark und handlungsfähig steht, wenn er sich an den Horoskopachsen (AC, MC, DC, IC) befindet oder in einem kardinalen Haus steht. Wenn er gute Aspekte empfängt, er direktläufig ist, in eigenem Licht steht, im Haus seiner Freude befindlich ist… Eine Schwächung des Planeten, so dass er sich kaum zu Worte melden kann, ist der Fall, wenn der Planet rückläufig steht, in Haus 6, 8 oder 12 steht, verbrannt ist, negative Aspekte empfängt, von den Übeltätern Mars und Saturn bedrängt wird, er im Leerlauf ist… Die Freuden der Planeten Die Planeten besitzen jeweils Häuser, in denen sie sich besonders wohl fühlen. Diese Häuser werden die „Freuden der Planeten“ genannt.
Hier steht ein System hinter, das uns durchaus eine gewisse Logik verständlich macht. Die Sonne befindet sich im 9. Haus im Haus ihrer Freude. Das ist das Haus kurz nach dem Mittagsstand der Sonne, wo die Sonne am höchsten Punkt des Tageslaufes steht. Hier entwickelt sie ihre stärkste Hitze und wärmt am größten. Dieser Zeitpunkt der größten Temperatur, führte logischer Weise zur Ansicht, dass hier die Sonne ihren natürlichsten Ort erreicht. Es fällt nun auf, dass genau gegenüber der Sonne der Mond seine Freude hat. Der Mond ist das schnellste Gestirn am Himmel und korrespondiert daher mit dem Dritten Haus – anders als heutzutage die vermeintliche Auffassung vorherrscht Merkur sei hier dominierend. Der Mond ist der Gegenpart zur Sonne. Somit scheint es nicht verwunderlich, dass er auch gegenüber der Sonne seine Freude entwickelt. Doch das soll nicht als Gegenspieler verstanden werden, denn der Mond befindet sich im 7. Haus ab dem 9. Haus gezählt und ist somit der Partner der Sonne – was in der Antike durchaus gleichwertig gesehen wurde. Merkur ist ein Zwitter. Er ist mal männlich, mal weiblich. Mal Tagplanet, mal Nachtplanet. Er steht also immer so, wie es für ihn und seine Beteiligung am günstigsten ist. Demzufolge ist die Zuordnung des Hauses 1 zu seiner Freude mit Sicherheit sehr gelungen, denn hier ist die Grenze zwischen Tag und Nacht und hier kann er sich am Besten zeigen. Doch auch so ist Merkur nicht zufällig im ersten Haus in seiner Freude. In der Antike galt Merkur immer schon mit dem Mond als deutlichster Charakteranzeiger und daher verbindet er sich sehr wohl mit dem ersten Haus freudig. Die Venus ist das kleine Glück. Hier findet die Venus ihre Freude im fünften Haus – einem Haus, das ihre Anlagen unwahrscheinlich gut wiedergibt. Das praktizierte Liebesleben, die Zeugung von Nachwuchs, das Romantische, das Vergnügen bereitende. Alleine aus diesem Sachverhalt sollte man sich überlegen ob die abstruse und sichtlich falsche Zuordnung der Modernen Astrologie Haus 5 = Löwe = Sonne wirklich so viel Sinn macht. In der Antike war das fünfte Haus seit jeher der Venus gewidmet – in dem sie auch ihre Freude entwickelt. Die Umkehrung geschah erst vor wenigen Jahren im Zuge der falschen Modernisierung der Astrologie. Gegenüber dem 5. Haus (das Haus der Freude des kleinen Glücks) befindet sich das 11. Haus und hier hat das große Glück – Jupiter – seine Freude. Jupiter gilt in der klassischen Astrologie als großer Wohltäter, Menschenfreund und Glücksbringer. Kein Wunder also, dass er genau in dem Haus seine Freude entwickelt, dass als der schönste Ort am Horizont gilt: dem Haus der Freunde und Gönner, der Wünsche und des Glücks. Auch hier sollte man sich überlegen, inwieweit die Moderne Astrologie mit der Zuordnung Haus 11 = Wassermann recht behalten soll. Wassermann ist ein von Saturn beherrschtes Haus, was im absoluten Gegensatz zu den Angelegenheiten des Hauses 11 steht. Und selbst wenn die vermeintlich richtige Zuordnung Wassermann – Uranus beachtet werden sollte, bleibt zu überlegen inwieweit so ein Störenfried wie Uranus das Haus des Glücks beherrschen sollte. Oder wie das w ürdevolle Zeichen Wassermann, einen Uranus erklären könnte. Alleine der Uranus zugeschriebenen Spontaneität kann es jedenfalls nicht liegen, das Glück hat nach klassischer Ansicht mit so etwas nichts zu tun und auch das Zeichen Wassermann besitzt andere Qualitäten, als die des Uranus der Saturns, nämlich absolut die des Jupiters in dem er seine Freude findet. Mars besitzt seine Freude im 6. Haus. Harte Arbeiten, Dienste, Felonie, unmittelbare Krankheiten und Nutztiere finden hier ihre Entsprechung. Mars gilt als ein Übeltäter und signifizierte im Altertum Krankheiten, die mit Fieber und Entzündung einhergingen, blutende Wunden und körperliche Anstrengungen. Hier in dem Haus, in dem dies widergespiegelt wird, empfindet Mars seine Freude. Gegenüber diesem 6. Haus also im 12. Haus findet Saturn seine Freude, so dass auch hier die Bedeutung an dem Planeten festgemacht werden kann. Saturn steht für alle Arten von Leiden und Vereinsamung, sowie Gefangenschaft und dem ausgegrenzt werden sowie allen chronischen Erkrankungen. Das er in diesem Haus seine Freude findet ist wirklich nicht verwunderlich. Zudem fällt augenscheinlich auf, das die Tagplaneten (Sonne, Jupiter und Saturn) über dem Horizont und die Nachtplaneten (Venus, Mond und Mars) unter dem Horizont das Haus ihrer Freude finden. Im eigenen Licht Im eigenen Licht steht ein Tagesplanet, dann, wenn er in einem Taghoroskop über dem Horizont steht. In einem Nachthoroskop muss sich in ein Nachtplanet über dem Horizont befinden, um in seinem eigenen Licht zu stehen. Kurz: zu seiner Tageszeit muss ein Planet über dem Horizont stehen (also sichtbar sein), damit er in seinem eigenen Licht steht. Casimi und Verbrennung Casimi bzw. Cazimi bedeutet, dass sich ein Planet im Herzen der Sonne aufhält. Wenn ein Planet in Konjunktion zur Sonne steht so gilt er als verbrannt, was ihn sehr schwächt. Doch wenn er sich innerhalb von 16 Bogenminuten in der Konjunktion zur Sonne befindet, dann befindet sich der Planet, als ob er im Herzen der Sonne wäre, und dies gilt als stärkste Wirkung des Planeten und wirkt äußerst positiv. Doch diese Stellung ist aufgrund des geringen Orbis in der Praxis eher selten. Innerhalb eines Orbis bis 6° zur Sonne gilt ein Planet als „verbrannt“ und die Wirkung des Planeten ist hier auf eine Wenigkeit reduziert. Eine extreme Schwächung des Planeten, die ihm seine ganze Kraft nimmt. Bis 15°-18° von der Sonne steht ein Planet unter den Strahlen der Sonne, hier ist er nicht so stark geschwächt wie in der Verbrennung, doch er hat auch noch nicht seine volle Stärkung wieder – er wirkt müde und noch nicht gänzlich aktiv. Übersicht Abschließend eine kurze Übersicht, wie die essentiellen und akzidentiellen Würden in einer Punktetabelle beurteilt werden kann. Sie soll nur als Anregung dienen, das Fingerspitzengefühl und die Erfahrung sollten nach und nach mehr Dominanz bekommen – zumal es noch viele weitere Faktoren und Würden gibt, nach denen geurteilt werden sollte, auf die hier, im Rahmen einer Einführung der Würden, aber nicht weiter eingegangen wird.
Mit den Punkten sollte man jedoch vorsichtig sein, da sie ein Bild verzerren können. Merkur auf 13° Schütze steht in Vernichtung (-5) und in seiner Grenze (+2). Das zusammen zählen dieser Werte ergäbe -3. Doch es sagt nicht das selbe aus, wie Vernichtung und in Grenze. In der Vernichtung steht der Planet sehr schlecht und seine Wirkungsweise ist eher negativ wobei er in seiner Grenze wie in seinem Ferienhaus in einem fremden Land handeln kann. Er handelt also schlecht, doch er hat auch essentielle Handlungskraft!
Tool: Würdentrainer - Teste Dein Wissen um die klassischen Würden |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zuletzt aktualisiert am Samstag, 15. März 2008 um 16:27 Uhr | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||




