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Die Mondknoten in der klassischen Astrologie Drucken E-Mail
Montag, 03. März 2008 um 17:33 Uhr

Die Mondknoten werden in der klassischen Astrologie nicht so mannigfach in der Bedeutung verwendet, wie in der modernen Astrologie. In der modernen Astrologie hat der Mondknotenachse die Bedeutung von Karma, Kontakten und wird auch als Quintessenz des Horoskops verstanden.

Diese Bedeutungen sind der klassisch westlichen Astrologie fremd und auch nicht unbedingt stimmig.

Doch bevor wir uns damit beschäftigen, was der Mondknoten tatsächlich für eine Bedeutung hat, die in der Praxis auch überprüft werden kann, sollten wir uns damit auseinandersetzen, was die Mondknoten überhaupt sind.

Was sind die Mondknoten?

Mondbahn und Erdbahn sind nicht identisch. Die Bahn des Mondes ist gegenüber der Erdachse um ca. 5° geneigt. Somit schneidet die Mondbahn, in zwei sich exakt gegenüberliegenden Punkten, die Erdbahn – den sogenannten Knoten.

Schemazeichnung Mondknoten
Die Grafik ist im Winkel übertrieben dargestellt

Der aufsteigende Mondknoten ist der Punkt, an dem der Mond von der südlichen Deklination nach Norden wechselt. Andere Bezeichnungen für den aufsteigenden Mondknoten sind Drachenkopf, Caput Draconis oder Nordknoten.
Der absteigende Mondknoten ist der Punkt, an dem der Mond von der nördlichen Deklination nach Süden wechselt. Andere Bezeichnungen für den absteigenden Mondknoten sind Drachenschwanz, Cauda Draconis oder Südknoten.
Zur Verdeutlichung stelle ich Ihnen die Deklinationsgrafik des Mondes vom Juni 2007 zur Verfügung; inklusive der entsprechenden Horoskopzeichnungen. So können Sie das im vorherigen Absatz beschriebene besser nachvollziehen.

Deklinationsgrafik des Mondes für Juni 2007

Die dick eingezeichnete Linie ist die Äquatorlinie. Wenn der Mond diese Stelle erreicht, dann befindet er sich im Schnittpunkt zwischen der Mond- und Erdbahn.
Der Mond den Äquator erstmalig (Stern 1). Er kommt von seiner südlichen Deklination und befindet sich im Wechsel zur nördlichen Deklination. Nun wissen Sie, dass der Mond, wenn er sich von seiner südlichen Richtung zur nördlichen Deklination bewegt, am aufsteigenden Mondknoten steht. Das Horoskop für den 8. Juni sieht wie folgt aus:

Horoskopgrafik beschränkt auf Mond und die Monknoten vom 8. Juni 2007

Der Mond befindet sich in dieser Horoskopzeichnung genau am aufsteigenden Mondknoten.
Parallel dazu betrachten wir nun das Horoskop für den 20. Juni 2007. Der Mond kommt von der nördlichen Deklination und wechselt in die Südliche, er befindet sich genau am absteigenden Mondknoten.

Horoskopgrafik beschränkt auf Mond und die Monknoten vom 20. Juni 2007

Die beiden Mondknoten befinden sich nicht auf einem festen Grad im Tierkreis, sondern sie bewegen sich im Jahr ca. 19° rückläufig durch den Tierkreis hindurch. Einen Umlauf durch den ganzen Tierkreis machen die Mondknoten in etwa 18,613 Jahren. Die Zeit, die der Mond benötigt, um vom Nordknoten zum nächsten Nordknoten zu wandern liegt bei 27 Tagen, 5 Stunden, 5 Minuten und 35,8 Sekunden.
Soweit zu den allgemeinen astronomischen Grundlagen.

Mittlerer und wahrer Mondknoten
Es gibt zwei unterschiedliche Berechnungsarten, die für die Berechnung der Mondknoten hergenommen werden. Viele Astrologieprogramme lassen sich auf die gewünschte Art konfigurieren.
Die Mondknoten wandern rückläufig durch den Tierkreis. Doch die Mondknoten machen kleine Hin- und Herbewegungen. Sie laufen mal vorwärts, mal rückwärts durch den Tierkreis. Wenn diese Richtungswechsel berücksichtigt werden in den Ephemeriden, sprechen wir von dem wahren Mondknoten. Sind diese Bewegungen hingegen nicht berücksichtigt, so sprechen wir von einem mittleren Mondknoten, dessen Position auf einen längeren Zeitraum berechnet wurde. Genauer sind die wahren Mondknoten.

Welche Mondknoten sollten verwendet werden?
Hier gibt es unterschiedliche Ansichten. Doch wir benutzen ja auch keine mittleren Planetenpositionen, sondern arbeiten mit den Wahren. Daher ist es doch nur konsequent, auch bei den Mondknoten die wahren vorzuziehen, zumal diese natürlich auch exakter sind.

Die wichtigste Bedeutung der Mondknoten
Eine der wichtigsten Bedeutungen des Mondknotens in der Antike war es, die Finsternisse von Sonne und Mond zu bestimmen.
Wenn ein Neu- oder Vollmond in der Nähe der Mondknotenachse stattfindet, dann gibt es eine Sonnen- (bei Neumond) oder Mondfinsternis (bei Vollmond).
Bei der Mondfinsternis sehen wir, dass der Mond von einer schwarzen Scheibe eingenommen wird. Und dieser schwarze Kreis wirft einen Schatten auf die Erde. Zum Verständnis des Vorgangs ist es wichtig zu verstehen, dass der Mond nicht von sich aus leuchtet, sondern von der Sonne angestrahlt wird und damit das Licht der Sonne reflektiert. Wenn die Erde zwischen Sonne und Mond zu stehen kommt und diese auf der Mondknotenachse befindlich sind, tritt der Mond in den Schatten der Erde und kann daher auch nicht von der Sonne bestrahlt werden. Er verdunkelt sich - eine Mondfinsternis.

Schemazeichnung Mondfinsternis

Der Grund für die Verfinsterung der Sonne ist, dass der Mond in das Sichtfeld zwischen dem Ort der Beobachtung auf der Erde und der Sonne tritt. Dabei verdeckt der Mond die Sicht auf die Sonne und wirft einen Schatten auf den Ort des Beobachters auf der Erde. Das bedeutet, dass eine Voraussetzung für eine Sonnenfinsternis die Konjunktion zwischen Sonne und Mond ist. Aus diesem Grund kann eine Sonnenfinsternis nur bei Neumond eintreten.

Schemazeichnung Sonnenfinsternis

Von dem Mythos, dass ein Drache den Mond bzw. die Sonne verschluckt und wieder ausscheidet, leitet sich das Synonym Drachenkopf bzw. Drachenschwanz für den aufsteigenden bzw. absteigenden Mondknoten ab

Der Orbis, den Sonne und Mond zur Mondknotenachse haben müssen, damit eine Finsternis entsteht, variiert je nach der Entfernung des Mondes von der Erde.

Für eine Sonnenfinsternis gilt, dass für eine totale Sonnenfinsternis der Abstand zwischen dem Grad des Neumonds und der Mondknotenachse von 0° bis ca. 11°15´ betragen muss, wenn der Mond in der Erdnähe (Perigäum) steht. Steht der Mond hingegen Erdfern (Apogäum), ergibt sich beim selben Orbis eine ringförmige Sonnenfinsternis.

Lilith, die jedem modernen Astrologen bekannt sein dürfte, ist hier das Apogäum – also die Erdferne des Mondes. Nicht mehr und nicht weniger, darüber hinausgehende Deutungen sind vielleicht gerade noch spannend zu lesen (z. B. „dunkle weibliche Seite“), doch ohne praktischen Wert. Somit haben wir die komplette Bedeutung von Lilith auch schon angesprochen.

Bei Erdnähe des Mondes und einem Orbis zur Mondknotenachse von 11°15´ bis 15°21´, sowie bei Erdferne von 11°15´ bis 18°31´ ergibt sich eine teilweise (partielle) Sonnenfinsternis.

Die totale Mondfinsternis ergibt sich bei Erdferne des Mondes bei einem Orbis von 0° bis 3°34´ und bei Erdnähe von 0° bis 6° zur Mondknotenachse. Eine teilweise (partielle) Mondfinsternis ergibt sich bei Erdferne des Mondes bei einem Orbis zur Mondknotenachse von 3°34´ bis 9°30´ und bei Erdnähe des Mondes von 6° bis 12°15´.

Andere astrologische Bedeutungen der Mondknoten
Die Mondknoten sind im Wesentlichen dazu da gewesen, Finsternisse zu berechnen, die insbesondere für die Mundanastrologie eine wesentliche Rolle spielen.. Doch es gibt auch weitere astrologische Bedeutungen.

Im Werk von „Christian Astrology“ von William Lilly können wir nachlesen, dass der aufsteigende bzw. nördliche Mondknoten männlich und von der Natur des Jupiters und der Venus ist.

Der absteigende bzw. südliche Mondknoten ist gegensätzlich, also weiblich und von der Natur Saturns und Mars´.

Der aufsteigende Mondknoten wird in der klassischen Astrologie verwendet, um anzuzeigen, dass etwas sich vermehrt. Der absteigende Mondknoten zeigt an, dass sich etwas vermindert.

Und diese Bedeutungen sind es, die in der klassischen Astrologie fast ausschließlich verwendet werden.

Ob nun der absteigende oder der aufsteigende Mondknoten gut oder schlecht ist, hängt – wie immer in der Astrologie – vom Zusammenhang ab. Der aufsteigende Mondknoten in Angelegenheiten, in denen wir eine Vermehrung oder Steigerung wünschen ist positiv. Ist jedoch unser Wunsch nicht dieser Art, so ist auch der aufsteigende Mondknoten in seiner Art negativ.

Um dies zu verdeutlichen ein Beispiel aus der Stundenastrologie. Wir wollen wissen, ob unsere Geldanlage Früchte bringt. Der Signifikator steht auf dem austeigenden Mondknoten – dies kann ein Indiz dafür sein, dass dem so ist (immer das Ganze betrachten!).
Wir wollen wissen, ob die Zinsen für unseren Kredit klein bleiben und der Signifikator steht auf dem aufsteigenden Mondknoten – das kann ein Indiz dafür sein, dass die Zinsen steigen werden - also für uns negativ. Es kommt also immer auf den Zusammenhang an, ob die Mondknoten als gut oder schlecht gewertet werden können.

Wenn der Zusammenhang ohne Belang ist, dann können wir davon ausgehen, dass der absteigende Mondknoten eher etwas Negatives und der aufsteigende Mondknoten etwas Positives anzeigt. Planeten, die in Konjunktion zum Nordknoten stehen, sind akzidentiell positiv, diejenigen, die in Konjunktion zum Südknoten stehen, sind akzidentiell negativ.

Betrachtet werden nur Konjunktionen zum auf- oder absteigenden Mondknoten. Die ist auch logisch, da ein Sextil zum Nordknoten auch gleichzeitig ein Trigon zum Südknoten bilden würde. Ausnahme ist das Quadrat, was eine gewisse „Hin- und Hergerissenheit“ anzeigt, wenn ein Planet im Quadrat zur Mondknotenachse steht.

Orben
Die Orben für Planeten, die einen Aspekt zum Mondknoten bilden sind sehr gering. Der Mondknoten ist ein fiktiver Punkt und hat damit keinen eigenen Orbis. Wir sollten uns daher im Abstand einiger weniger Grade zum Mondknoten bewegen.

Das ist nun auch schon alles, was Sie über die Mondknoten wissen brauchen.

Sie sollten nicht versuchen die Mondknoten zwanghaft in jedes Horoskop integrieren zu wollen. Entweder die bilden eine Konjunktion zu einem Planeten oder nicht. Und ob dies von Relevanz ist hängt in der Stundenastrologie stets vom Fragezusammenhang ab und in der Geburtsastrologie davon, was wir überhaupt betrachten wollen.

Planetenknoten
Da sich die Planeten auch nicht exakt auf der Ekliptik befinden, haben auch sie in ihrem Bahnverlauf Schnittpunkte mit dieser. Daher haben auch die Planeten ihre Knotenpunkte. Diese sind in der klassischen Astrologie weitgehend unberücksichtigt gewesen, weil lediglich die Mondknoten für die Berechnung von Finsternissen von Bedeutung gewesen sind. Prinzipiell lassen sich jedoch diese Bedeutungen auf die Planetenknoten übertragen, dann sind diese jedoch explizit nur für den Planeten, gültig, dem die Knoten gehören.
Es gibt einige moderne Richtungen, die jedoch auch diese mit einbeziehen. Die moderne Astrologie arbeitet bekanntlich gerne mit unzähligen Deutungsfaktoren, um anschließend den Überblick zu verlieren.

Zusammenfassung der Bedeutung:

 

Nordknoten

Südknoten

Geschlecht:
männlich
weiblich
Wesen:
Wohltäter
Übeltäter
Signatur:
Venus/Jupiter
Mars/Saturn
Prinzip:
erweiternd
vermindernd
Aspekt:
nur Konjunktion
Orbis nur wenige Grad

Diese – im Vergleich zur modernen Astrologie – wenigen Bedeutungen der Mondknoten funktionieren in der Praxis wunderbar.
Dabei ist es egal, ob es sich um ein Composit, eine Synastrie, ein Stundenhoroskop oder ein Radix handelt – diese ausschließlichen Bedeutungen bleiben stets die gleichen, nur der Kontext, in dem diese Betrachtet werden, ändert sich.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 03. März 2008 um 17:41 Uhr