| Die klassische Aspektlehre |
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| Montag, 03. März 2008 um 17:13 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die moderne Aspektlehre ist ziemlich oberflächlich und ungenau. Wohl auch ein Grund mehr, warum viele modern geschulte Astrologen von konkreten Deutungen Abstand nehmen oder sogar meinen, dass diese unmöglich seien. Um diese Ungenauigkeit auszugleichen werden zudem oftmals enorm viele Aspekte genutzt, was jedoch den Nachteil in sich birgt, dass der Astrologe mitunter den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr wahrnimmt bzw. alles und jedes in ein und dasselbe Horoskop hineindeuten kann. Insgesamt eine sehr unbefriedigende Methodik. Die Klassische Astrologie analysiert die Aspekte mit einer Genauigkeit und Intensität, die unseren modern geschulten Astrologen – zu Unrecht – vorenthalten wird. Hier stelle ich Ihnen nun die klassische Aspektlehre in Kurzform vor: die Orben, die klassisch-dynamische Aspektbetrachtung, die fünf Aspekte, die Unterscheidung zwischen applikativen und separativen Aspekten, Rechte und Linke Aspekte, Verbrennungen, Unterscheidung der Konjunktionen von Merkur und Venus, Casimistellung, Verteilelung, Wiedervereinigung, Übertragung des Lichts, Sammlung des Lichts, Parallelaspekte und Spiegelpunkte sowie die Rezeptionen, ohne die eine Aspektbetrachtung prinzipiell nutzlos ist. Doch beginnen wir mit dem größten Problem in der modernen Astrologie, den Orbenproblem. Wer heute Astrologie lernt beginnt meist über das Geburtshoroskop dies zu machen. Ein Gebutshoroskop ist ja nichts anderes, als ein „Foto“ des Bildes der Gestirne zum Zeitpunkt der Geburt. Es wird statisch betrachtet und kaum ein Astrologielernender hinterfragt genau diese statische Betrachtungsweise des Horoskops. Ein weiteres Manko ist, dass die meisten Astrologielernenden vor ihrem Computer sitzen, die Horoskope erstellen und so gut wie nie zum abendlichen Sternenhimmel blicken. Denn hier ist es anders als ein Geburtshoroskop und weismachen will: die Sterne und Himmelskörper bewegen sich scheinbar um die Erde und dies ziemlich eiligen Fußes. Kurz: genau diese statische, steife, ja anscheinend unverrückbare Betrachtung eines Horoskops bringt das Problem mit sich, ab wann ein Aspekt zu wirken beginnt und wann die Wirkung nachlässt. Wenn der Mond auf auf 3° Löwe steht und Saturn auf 13° Löwe – darf man dann, angesichts dieser enormen Entfernung, noch von einer Konjunktion sprechen? Hier sieht es so aus, dass viele Astrologen dieser Auffassung sind. Doch es gibt ebenfalls viele die hier sagen würden, dass dem nicht so sei. Und was für eine Konjunkion Gültigkeit besitzt muss diese nicht für andere Aspekte haben. So dass viele Astrologen den Konjunktionen einen größeren Orbis zugestehen, als zum Beispiel einem Sextil. Steht der Mond auf 2° Zwillinge und der Saturn auf 12° Löwe – handelt es sich nun noch um ein Sextil? Hier würden nun viele Astrologen verneinen, dass dem so sei. Gerade bei den Orben merkt man, wie uneinig sich die modernen Astrologen im Bezug zu der Wirksamkeit und das Anfangs der Wirkung der Aspekte sind. Hier kocht vermutlich fast jeder Astrologe sein eigenes Süppchen – oder sie nutzen einfach die Einstellungen, die in der genutzten Software standardmäßig vorgegeben sind. Doch wie löst die klassische Astrologie das Orbenproblem? Einen Vorteil, den die klassische Astrologie hat ist, dass sie ein Horoskop nicht statisch betrachtet. Sie schaut nicht, wie das Horoskop zu einem Zeitpunkt ist, sondern ausgehend von diesem Horoskop, wie es sich entwickeln wird. Doch wenn wir das Horoskop so betrachten, dann stellen wir schnell fest, dass es kein Orbenproblem gibt. Die einzige Frage, die ein klassischer Astrologe sich beantwortet, ist, ob es einen exakten Aspekt zwischen den beiden Planeten innerhalb der Zeichen in denen sie stehen geben wird. Der Mond steht im oberen Beispiel auf 3° und Saturn auf 13° Löwe. Da sich der Mond unlängst schneller bewegt als Saturn werden die beiden im Löwen noch eine Konjunktion bilden: ja, der Aspekt darf als Konjunktion gewertet werden. Doch hier ist es nicht so einfach, wie man es sich nun vorstellen mag. Denn je größer der Abstand ist, den der schnellere Planet zum exakten Aspekt zum langsameren Planeten überwinden muss, um so größer ist die Gefahr, dass der Aspekt auf irgendeine Weise verhindert wird. Doch auch in der klassischen Astrologie war bekannt, dass ein Aspekt umso stärker wirkt, je exakter er ist. Das bedeutet, wir sind wieder im Begriff uns eines Orbis zu nähern – doch welchem? Ein Grundirrtum der modernen Astrologie ist, dass die Apekte an sich einen Orbis haben. Dem ist nicht so, denn es sind die Planeten, die einen Orbis besitzen. Nach und nach entwickelte sich in der Astrologie dann das Orbensystem. Dieses gibt jedem Planeten einen Umkreis in deren Raum er wirksam ist. Die Sonne hat klassisch einen Orbis von ca. 15° - dies entspricht ungefähr dem Abstand, wo ein Planet unsichtbar wird, wenn er in Konjunktion zur Sonne tritt. Der Mondorbis liegt klassisch bei gut 12° - hier wird er zum ersten Mal als sehr schmale Sichel erstmals wieder sichtbar, wenn er sich aus der Konjunktion zur Sonne (Neumond) wieder löst. Die Verteilung der Orben wurde einst bestimmt aus konkreten visuellen Gesichtpunkten. Heute – wo viele Menschen vorm Computer sitzen und den Blick nicht mehr zum Sternenhimmel richten – scheint genau dies in Vergessenheit geraten zu sein und das Problem der Orben wird – erfolglos – versucht mathematisch zu erfassen. Ob ein Aspekt nun wirksam ist oder nicht hängt also neben den genannten Einflüssen auch von der Annährung zueinander ab. Hier dient folgende Übersicht.
Wenn wir nun wissen wollen welchen Orbis Mars und Merkur zusammen haben, so nehmen wir den Orbis des Mars (8°) und addieren ihn zu dem Orbis von Merkur (7°): 8°+7°=15°. Dies in einer Tabelle für die klassischen Planeten ergibt:
Ein Planet kann auch voll in einem anderen enthalten sein und damit maximal wirksam werden im Aspekt. Um herauszufinden, wann dies der Fall ist müssen wir die Grade der beiden Planeten voneinander abziehen und dann durch 2 dividieren. Als Beispiel sei hier Merkur und Mars erwähnt. Wie in der obigen Tabelle zu entnehmen ist besitzt Merkur 7° Orbis. Mars hingegen 8°. Wenn wir diese voneinander abziehen erhalten wir: 8°-7°=1°. Nun müssen wir diesen Wert durch zwei Teilen: 1°:2=0,5°. Der Orbis in dem Merkur exakt in Mars liegt befindet sich bei 0,5°. Hier ist Merkur vollkommen in der Sphäre des Mars aufgenommen und dieser Aspekt erreicht maximale Wirksamkeit. Soweit erst einmal zur Thematik der Orben. Die Aspekte In der Klassischen Astrologie finden 8 Aspekte ihre Anwendung. Genauer ausgedrückt 7 Aspekte, denn die Konjunktion ist wortwörtlich genommen kein Aspekt, doch der Einfachheit halber werde ich sie auch hier Aspekt nennen. Die Aspekte sind Konjunktion, Opposition, rechtes Quadrat, linkes Quadrat, rechtes Trigon, linkes Trigon, rechtes Sextil und linkes Sextil. Aspekt ist ein Wort, dass aus dem Lateinischen abgeleitet wurde und bedeutet soviel wie „anblicken“. Dabei schauen sich die Planeten nicht selbst an, sondern sie blicken auf die Erde und der Winkel unter dem sie dies machen nennen wir Aspekt. Der Tabelle können Sie die Werte in Grad für die Aspekte entnehmen:
Eine Konjunktion ist eine sehr enge körperliche Verbindung. Die Opposition ist gegensätzlich und verkörpert eine feindselige Verbindung. Das Quadrat zeigt eine bös gespannte und gegensätzlich widersinnige Verbindung an. Das Trigon hingegen verkörpert eine harmonische Verbindung und das Sextil zeigt ein freundschaftliches Verhältnis. Was bedeutet nun der unterschied zwischen einem Linken und einem Rechten Aspekt? Um dies näher verstehen zu können mal ein bildliches Beispiel. Nehmen wir einmal an, der Mond steht im Zeichen Widder und im Quadrat zu Saturn. Es gibt nun genau zwei Möglichkeiten, wo Saturn stehen kann: entweder im Krebs oder im Steinbock. Wenn der Saturn im Krebs stände, so würde der Mond den Saturn im rechten Quadrat aspektieren. Stände Saturn im Steinbock, so würde der Mond den Saturn im linken Quadrat aspektieren. Dies ist ganz einfach herzuleiten. Wenn wir unseren Blick auf Saturn im Krebs legen, so steht der Mond rechts von uns. Richten wir den Blick auf Saturn im Steinbock, so befindet sich der Mond links von uns. Um dies noch etwas zu versinnbildlichen sollten wir uns den Planeten, um den es geht am Aszendenten vorstellen. Der Planet, der nun hoch am MC steht befindet sich im rechten Quadrat zu ihm. Derjenige, der am Imum Coeli steht, im linken Qquadrat. Der Planet, der im rechten Quadrat über einen anderen steht leitet diesen. Er gibt sozusagen den Ton an. Wohingegen der Planet der sich im Linken Quadrat befindet sich dem anderen unterordnet. So wird schnell deutlich, warum ein rechtes Quadrat des Mondes zu Saturn nicht so extrem schadhafte Auswirkungen verspricht, als würde Saturn im rechten Quadrat zum Mond stehen! Gute und Schlechte Aspekte Die moderne Astrologie vermeidet aussagen wie „gut“ oder „schlecht“ gänzlich. Während die klassische Astrologie regen gebrauch von diesen Unterteilungen macht. So sind Venus und Jupiter klassische Wohltäter und Mars und Saturn klassische Übeltäter. Die Sonne - in der modernen Astrologie ein "Wohltäter" ist in der klassischen Astrologie in der Konjunktion ein Übeltäter, da sie die Planeten verbrennt. Zu den guten Aspekten rechnen sich Sextil und Trigon. Zu den schlechten Quadrat und Opposition. Hierbei ist ein Trigon günstiger als ein Sextil. Und eine Opposition ungünstiger als ein Quadrat. Die Planeten haben unterschiedliche Qualitäten und Würden, die anzeigen, ob ein Planet dem Anderen eher freundlich oder negativ gesonnen ist. Ausgehend von den Würden ergibt sich folgende Betrachtung:
Aufgrund der Qualitäten finden sich folgende Zuordnungen:
Finden wir nun eine Konjunktion von Mond und Venus, so können wir davon ausgehen, dass es sich um eine gegenseitig freundschaftliche Beziehung handelt. Die Konjunktion von Mond und Saturn wirkt gegenseitig schädlich. Mars und Mond schaden jeweils nur einem – hier kommt es darauf an, welcher Planet im Horoskop stärker steht (essentielle und akzidentielle Würden). Spätestens jetzt wird deutlich, wie diffizil die klassische Astrologie an die Aspekte herangeht. Eine weitere Betrachtung findet sich über applikative und separative Aspekte. Applikative Aspekte sind Aspekte, die noch exakt werden müssen. Separative Aspekte sind Aspekte, die bereits exakt waren und sich voneinander trennen. Merkur und Venus verdienen in der klassischen Aspektlehre etwas mehr Aufmerksamkeit. Bei der Konjunktion mit der Sonne wird bei Merkur und Venus unterschieden zwischen einer oberen und einer unteren Konjunktion. Wenn Merkur bzw. Venus sich bei der Konjunktion von der Erde aus betrachtet hinter der Sonne befinden, sprechen wir von der oberen Konjunktion. Befinden sie sich vor der Sonne, dann von der unteren Konjunktion. Wenn die beiden Planeten vor der Sonne herlaufen sind sie grundsätzlich rückläufig, hinter der Sonne verlaufend direktläufig. Merkur und Venus können sowohl Morgen- oder Abendstern sein. Wenn sie vor der Sonne aufgehen sind sie Morgenstern. Gehen sie nach der Sonne auf, so sind sie Abendstern. Als Morgensterne neigen sie zum Praktischen und Konkreten während sie als Abendstern zum Theoretischen und Abstrakten – ja auch spirituellen – neigen. |
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, 03. März 2008 um 17:22 Uhr |


